Die Mühlen des Dorfes Stuer

 

Im Dorf Stuer bereiteten an mindestens acht Standorten die jeweils hier Lebenden mit Hilfe von Mühlen unterschiedlicher Art für sich und ihre Nutztiere Nahrung auf. Dieser elementare alltägliche Vorgang begann vor vielen Jahrhunderten in der Jungsteinzeit. Er entwickelte sich im Mittelalter weiter und erweiterte sich vor Ort hauptsächlich vom 17. bis ins 19. Jahrhundert. Von den Hunderten Mühlen in Mecklenburg hatte Stuer auffällig viele, dabei auch unterschiedlicher Art.

Dies kann hier in zeithistorisch gestaffelter Reihenfolge auf 4 Unterseiten aufgerufen werden:

Zusammenfassung aller Mühlenthemen
Die Reib- und Mörsersteine in und um Stuer (noch in Arbeit)
Die Wassermühlen von Stuer
Die Windmühle von Stuer
Die frühe Windturbine in Stuer

Von den Mühlenobjekten ist wenig erhalten.
Deshalb wurde hier versucht, auf den vier Seiten jeweils zu klären:

Welches waren die Orte und wurden in welchem Zeithorizont genutzt?

Wofür und wie wurden die Mühlen benutzt (allgemeines Funktionsprinzip)?

Welche Zusammenhänge gab es zwischen Mühlenbetrieb und der Umgebung?

Welche konkreten Fakten und Daten für die einzelnen Mühlen sind erkennbar?

Diese verschiedenen Aspekte können jeweils einzeln, wie Fächer in einem Archiv, aufgerufen werden, weil sie vermutlich unterschiedliche Personengruppen interessieren könnten.
Für schnelle komprimierte Themenklärung ist auf jeder der 4 Seiten am Anfang eine 2-Sätze-Kurzfassung vorangestellt und am Ende ein Fazit.

Diese Kurzfassungen sind mit dem jeweiligen Fazit in zeitlicher Reihenfolge hier schlußendlich dann auch noch auf EINER Seite zusammengefasst:

Die Mühlen von Stuer- (Gesamt)Zusammenfassung

Die Reib- und Mörsersteine in und um Stuer waren 2-3 Jahrtausende von den hiesigen Bewohnern zur Aufbereitung von gesammelten, später von angebauten Nahrungsmitteln hergestellt und benutzt worden. Zu ihrer genaueren Verwendung gibt es unterschiedliche Erklärungen. Deshalb soll hier eine Annäherung versucht werden.

Diese Darstellung von Reib- und Mörsersteinen neigt dazu, die hier unterschiedenen zwei Grundvarianten als weitreichende Universalwerkzeuge der Vorfahren am Ort zu verstehen, nicht also ausschließlich spezialisiert auf das Mahlen von Getreide zu Mehl.

Die WASSERmühlen waren seit der mittelalterlichen Ortsgründung vor 1340 in dem hier dafür geeigneten Gelände entlang des Seeabflusses in den Plauer See angelegt worden. Im Zusammenhang mit der dafür nötigen Wasserzuführung und Stauung wurden sie im Zeitraum von 600 Jahren jeweils verschieden lange Zeit betrieben. Sie waren öfter zerstört worden, brannten ab oder verfielen. Mehrfach repariert oder ersetzt, wurden sie umgewandelt und schließlich aufgegeben.

Die Wassermühlen waren zu ihrer Zeit die modernen, lebenswichtigen und ökonomisch wichtigen Bestandteile des Dorfes, weshalb sie als „kritische Infrastruktur“ behandelt wurden. Mit ihnen wurden Getreide und Ölsaaten gemahlen, Holz gesägt und zuletzt auch elektrischer Strom erzeugt. In Stuer waren früh, an zahlreichen Standorten und lange Zeit, diese Kraftwerke entstanden. Die Wasserturbine in Bad Stuer zeugt davon, daß auch am Anfang des 20. Jahrhunderts in Stuer Ansässige aktive Vorreiter für die Nutzung erneuerbarer Energie waren.

ANHANG- Spezial:
Dem adeligen Untertan (v.Flotow) war vom seinem Lehnsherren, dem Landesfürsten, eine Wassermühle am Massower See zerstört worden. Diese Machtdemonstration um 1550 während einer epochalen politischen und religiösen Auseinandersetzung nahm jedoch einen unerwarteten Verlauf.

Der geschädigte Kläger bekam gegenüber seinem Fürsten Recht und Entschädigung, durfte die Mühle wieder aufbauen, hatte aber einen Kulturkampf verloren.

Die WINDmühle von Stuer, eine hölzerne Bockmühle, wurde nur 2-3 Jahrzehnte am Hang der Endmoräne betrieben. Sie war eine Filiale der vorderen Wassermühle und der Gutsherrschaft zugehörig.

Ob herbeigeführter Wassermangel an den Wassermühlen der Anlass für für die Nutzung von Windkraft war und für ihre nur kurze Nutzdauer, schlechte Bauausführung oder nachlässiger Betrieb oder dessen Unterhaltung, muß offen bleiben.

Die frühe Windturbine in Stuer betrieb in der ersten Hälfte des 20.Jh auf einem Bauernhof verschiedene landwirtschaftlichen Apparaturen. Dabei wurden ca. 3 Jahrzehnte lang mit einem Dynamo Gleichstrom erzeugt, der in Batterien gespeichert werden konnte.

Das Windrad in Stuer-Winkel war zwischen 1920 und 1950 von einem Landwirt eingesetzt worden, der Erneuerungen gegenüber aufgeschlossenen war. Auch hier brach diese technologische Variante nach dem Aufbau der Stromnetze und einer Kohlenstoff verfeuernden Industrialisierung für fast 80 Jahre ab.

ANHANG- Allgemein: Die moderne Weiterentwicklung zu Windrädern und Windparks im Zuge der Elektrifizierung offenbart Chancen und Probleme, die unaufgeregt in größeren Zusammenhängen betrachtet werden könnten.

 

 

Die Reib- und Mörsersteine in und um Stuer
(noch in Arbeit)

          

                     Die Wassermühlen von Stuer

Wo waren Mühlenstandorte und wurden in welchem Zeitraum genutzt?
Was war das Funktionsprinzip der Wassermühlen?
Welche Zusammenhänge gab es zwischen den Mühlen und ihrer Umgebung?
Fakten zu den einzelnen Wassermühlen in Stuer

Zusammenfassung:
Die WASSERmühlen waren seit der mittelalterlichen Ortsgründung vor 1340 in dem hier dafür geeigneten Gelände entlang des Seeabflusses in den Plauer See angelegt worden. Im Zusammenhang mit der dafür nötigen Wasserzuführung und Stauung wurden sie im Zeitraum von 600 Jahren jeweils verschieden lange Zeit betrieben. Sie waren öfter zerstört worden, brannten ab oder verfielen. Mehrfach repariert oder ersetzt, wurden sie umgewandelt und schließlich aufgegeben.

Ein Anhang beschreibt am Beispiel einer 10 km von Stuer entfernten Flotow´schen Mühle am Massower See speziell den Zusammenhang zwischen dem Betrieb von Mühlen und den feudalen MACHTverhältnissen.
Machtgerangel um eine Mühle während einer Zeitenwende ( um 1550)

Wo waren Mühlenstandorte und wurden in welchem Zeitraum genutzt?

Die erste, mittelalterliche Mühle war im Zusammenhang mit der Dorfgründung von Stuer gegen Ende des 13.Jh. entstanden. Das geschah auch im Interesse des Fürsten des Landes Werle, eventuell auch des Bischof von Schwerin. Ihren südlichen Landanspruch zwischen Plauer See und Müritz waren sie bemüht, zu sichern. Die damals natürlicherweise nicht so eng geführte Elde ab Darze in Richtung Müritz bildete bereits ein gewisses Hindernis. Da gab es zwischen Sturer See und der Eldequelle bei Darze eine offene Flanke.
Das nacheiszeitlich noch wenig veränderte Gelände südöstlich des Plauer Sees bot sich zu dieser Zeit zum Bau sowohl einer Befestigung (Burg/en) als auch einer Mühle an. Das waren zwei von vier Bestandteilen, die bei einer planmäßigen Dorfgründung von (öffentlichem) Interesse waren. Kapelle/ Kirche und Fronhof/ Meierhof waren die anderen.
Das Wasser des dortigen großflächigen Flachseen- und Moorbereichs war außer Nahrungsquelle natürlicher militärstrategischer Landschaftsriegel. Wegen seiner Hochlage mit der Entwässerung hinunter in den Plauer See, war diese Gegend geeignet zur Regulierung und Nutzung dieses regengespeisten Wasseranfalls.

Bei der ursprünglichen Belehnung (ein zur Nutzung „geliehenes“ Gut !) bzw. der Rechtebestätigung eines von Flotow im Jahr 1340 und 1344 wurde ausdrücklich das landesherrlich verliehene Privileg zum Betreiben von zunächst einer, dann aber mindestens zwei bereits existierender Mühlen nachgereicht (MUB 6069 und 6401). Davon dürfte zu dieser Zeit nur eine in Stuer verortet gewesen sein, die andere(n) vielleicht bei Darze oder am Massower See oder nahe Grüssow (Bruchmühle):

“Als die Flotow auf Erfordern ihres Landesherrn, des Herzogs Ulrich von Mecklenburg, im Jahr 1587 ein Verzeichnis ihres in Mecklenburg belegenen Lehnsbesitzes einreichen, enthält es“ zahlreiche Güter und wüste Feldmarken, „dazu die Stuersche, Darzer, Zislower und die Burgmühle“. (Schlie, um 1900, (1))
Sieht man die „Burg-Mühle“ örtlich auf Stuer bezogen, wären das demzufolge dort zwei.

Die Erlaubnis, eine damals in Mitteleuropa kürzlich erst eingeführte moderne Kraftmaschine errichten zu dürfen, deutet auch auf die wichtige und exklusive wirtschaftliche Bedeutung für den Lehnsmann hin.
Die im Nahen Osten schon länger praktizierte Erfindung, Muskelkraft als Kraftquelle bzw. Antrieb durch natürliche Energie, wie Wasser und Wind zu ersetzen, war eine bahnbrechende Kulturleistung. Mechanisch funktionierende Mühlen gehören zu den ältesten technischen Erfindungen der Menschheit.
Ein Mühlstein, der wahrscheinlich vor 1400 an der Nordseite der Kirche von Schloen eingebaut wurde, deutet auf die Dimension (Dm 130 cm) einer für Deutschland so frühen Anlage hin:

Die drei neuzeitlichen Mühlen am Bach („Beek“), den Abfluss in den Plauer See, hatten Standorte, sind heute deutlicher erkennbar. (2)

Die jüngste angelegte Mühle war eine Wasserturbine mit höher gelegenem Stauteich, die spätestens 1894 an einer Quelle am nördöstlichen Hang der Endmoräne in Bad Stuer angelegt worden ist. Diese Quelle versorgte auch die Wasserheilanstalt. Mit einem Generator ausgestattet konnte diese den Ortsteil, als einer der ersten in Deutschland, mit Strom versorgen.

Von den Mühlenbauten in Stuer vor dem 18.Jh. haben wir keine Ansichten oder baulichen Reste. Deshalb erscheint hier, einer Dokumentation nicht verdächtige Skizze von Wilhelm Busch:

 

Weil von den im 17. bis 19. Jh. arbeitenden Mühlen nur noch wenig erhalten ist, soll hier eine gedankliche Rekonstruktion angeboten werden.

Was war das Funktionsprinzip der Wassermühlen?

Das vom oberhalb liegenden Flachwasser-Seengelände anfallende Wasser wurde jeweils in einem Stauteich bevorratet, der vor Überlaufen durch einen Umflutkanal (Freiarche) geschützt wurde.
Jede Mühle war mit den notwendigen Wasserbaumaßnahmen, abgestimmt auf die Zu- und Abflüsse des jeweiligen Geländes, auch in diesem Sinn ein Unikat.
Vom Stauteich konnte bei Bedarf die Energie des fallenden Wassers über ein hölzernes Gerinne auf oder hinter das senkrecht drehbar gelagerte Wasserrad geleitet werden. Mit ihm wurde sie auf eine Welle in Richtung der Mahlsteine übertragen. Die hölzernen Wasserräder waren starkem Verschleiß ausgesetzt und mußten deshalb nach etwa 15 Jahren ersetzt werden.

Weil für einen unterschlächtigen Antrieb nicht ausreichend großes Fließwasser des Baches vorhanden war, waren die Stuerer Mühlen wohl oberschlächtig.
Über ein Gerinne aus Holz auf die Wasserräder von oben auftreffendes Wasser bewegte das Rad vorwärts (KI generiert):

Das setzte einen künstlich hergestellten Niveauunterschied von mindestens 1,5 Meter voraus. Der Wirkungsgrad betrug dabei bis zu 75 Prozent. Eine Möglichkeit, die Fallhöhe zu erhöhen, ist es, den Wasserlauf durch ein Wehr aufzustauen, was gleichzeitig als Mühlteich einen Wasservorrat ermöglicht.
Die um 1900 verfallende und aufgegebene Mittel/ Säge-Mühle von Stuer zeigte noch diese Fallhöhe eines ehemals oberschlächtigen Staus.

Bei mittel- oder rückschlächtigen Anlagen trifft das Wasser auf halber Höhe von hinten auf die Schaufeln und dreht das Rad rückwärts. Das Aufschlagen auf die Schaufeln hatte zum Begriff schlächtig geführt.
Unterschlächtige Räder sind dagegen in den Wasserlauf eingehängt und werden mit einem Wirkungsgrad von bis zu 35 Prozent durch dessen Fließdruck bewegt.

Über zwei Zahnräder wird diese Bewegungsenergie in den meisten Fällen (beim Getreidemahlen), in der Richtung geändert, nach oben und dort auf den oberen von zwei großen schweren Mahlsteinen, den Läuferstein, übertragen.

Durch mehrfaches, zielgerichtetes Vermahlen und Sichten (Sieben) von Produkten gleicher Korngröße und gleicher Struktur, kann aus dem Rohstoff Getreide mit seinen schwankenden Eigenschaften ein wunschgerechtes Produkt mit annähernd gleichbleibenden Backeigenschaften hergestellt werden.
Die vorher gereinigten Getreidekörner gelangen oberhalb davon, geschüttet durch einen Trichter und durch das Steinauge des oberen Steins zwischen die Mahlflächen.
Dieser dreht bei regulierbarem Abstand auf dem feststehenden Bodenstein und zerschneidet an den Kanten der in die Steine gehauenen Furchen. Bis zu zehn sich wiederholende Mahlgänge können sich anschließen: Schrot>Feinschrot>Gries>Schrotmehl>Griffiges Mehl> Feinmehl.

Danach fällt das nach außen transportierte Mahlgut in einen Behälter (Sichter), in dem durch Siebe, eventuell auch als siebartige Zentrifuge, das jeweilig Ausgemahlene getrennt wird.
In Mittelmeerländern war dieses Prinzip bereits fast anderthalb Jahrtausend vorher bekannt, wurde z.B. von Vitruv beschrieben.

Wassermühle als Universalmaschine

Mühlen waren über das existenzielle Mahlen von Mehl hinaus, Jahrhunderte lang in Europa aber auch die wichtigste Universalmaschine. Vielen verschiedenen Werkzeugen, die durch eine Dreh- oder Schlagbewegung angetrieben wurden, lieferten sie ihre Antriebskraft. Das geschah über entsprechende Übersetzungen in die dazu notwendige Richtung auf das jeweilige Werkzeug, wie z.B. Sägegatter, Stampf- oder Hammerwerk.
Solche Wirkänderung, aus der Dreh- in lineare Hin- und Herbewegungen, wurde durch die im 11.Jh. erfundene Daumen- oder Nockenwelle möglich:

Etwa ab dem 13./14.Jh. waren so 40 Gewerke damit möglich. Anfang des 19.Jh. waren es über Hundert.
In Stuer waren von solchen Anwendungen nur die Sägemühle (Mittelmühle)
und Ölmühle (Hintermühle) bekannt. Bei letzterer wird für die Ölsaaten ein „Kollergang“in Anwendung gewesen sein, hier in einer neuzeitlichen Variante:

Sägemühlen, um 1200 zuerst bei französischen Zisterziensern entstanden, kamen gegen 1300 nach Deutschland (3):

Welche Zusammenhänge gab es zwischen den Mühlen und ihrer Umgebung?

Zwänge
Die Anlegung von Mühlen war ursprünglich ein Vorrecht des Landesherren, abgeleitet aus königlichem „Wasser- und Staurecht“. Die Klöster, die anfangs auch Technologieförderer waren, hatten eine ähnliche Stellung. Spätestens in den „Reversalien“ von 1621 war den Grundherren erlaubt, ungehindert Mühlen bauen zu dürfen. Damit waren als Obrigkeiten auch Dominalpächter, Stadtobrigkeiten und, wie hier thematisiert, Rittergutsbesitzer möglich, womit auch die Bedingungen von Müllern und Pächtern variierten.
Die Mühlen waren wirtschaftlich von so großer Bedeutung, daß Mühlenbesitz, ebenso wie auch Güter überhaupt, aufgeteilt wurden. Mithin war möglich, dass ein Grundbesitzer z.B. einen halben Anteil an einer Mühle hielt.
Damit Investition und Erhalt von Mühlen wirtschaftlich blieben, hatten die Eigentümer in letzten Jahrhunderten das Instrument Mahlzwang angewendet, der in Preußen mit Einführung der Gewerbefreiheit 1810, in Mecklenburg erst 1866 endete. Die Grundherren nahmen damit für sich in Anspruch, einem genau definierten Kreis von Bauern unter Strafandrohung eine Mühle zur Nutzung zuzuweisen. Dem Müller sollte so neben der Einbehaltung eines festgelegten Anteils vom Mahlgut auch das Mahlgeld gesichert sein. Damit hatte auch der verpachtende Grundherr Einnahmesicherheit, womit auch seine Investitionen in Bau und Unterhaltung der Mühlen und Wasserbauwerke mit Gewinn möglich waren.
In Stuer sah solch eine monopolartige An- und Zuweisung durch den Ortsadligen noch 1822 so aus (1. von 2 Seiten (4) ):

Ob und wie eventuelle Fischrechte, die bei einer Mühle naheliegen, mit den Müllern geklärt wurde, konnte bei dieser Recherche in keinem Dokument festgestellt werden. Ebenso kein Krugrecht oder die Möglichkeit den Mahlgästen ein selbst gebrautes Bier ausschenken zu dürfen, was hier in Stuer später offenbar eingeräumt wurde.

Ähnlich dem Mahlzwang war in den Dörfern auch ein Schmiedezwang üblich.

Verklärungen
Mentalgeschichtlich waren Mühlen oft mit spezieller Mystik, Urteilen und Vorurteilen, aber auch meditativen Möglichkeiten verbunden. Fließendes Wasser hat, mehr als ein ruhender See, eine große Faszination für viele Menschen. Gleichzeitig in Bewegung, beruhigt es auf seltsame Weise und ist dabei auch Abbild vom ewig Fließenden, von Veränderungen und ihrer Durchsetzungskraft, trotz allerlei menschlicher Bemühungen es einzugrenzen oder zu blockieren.

„Schmiede in Mecklenburg“, 1847, Wassermühle mit Hammerwerk (5):

Ihre meist etwas abgelegene Situation im Tal, wurde als etwas unheimlich betrachtet und im 19. Jh. auch gern romantisiert oder auch verniedlicht erzählt (6).

Gebändigte Natur, Mythologie und Poesie konnten hier in Eins fließen. Dabei gab die Figur des Müllers Stoff für Erzählungen wegen seiner umfassenden Fähigkeiten, aber auch Möglichkeiten mit dem ihm überlassenen Produkt umzugehen (Max und Moritz):

Gefahren
Eine Innere Gefahr für Mühlen war, neben Bedienfehlern, ein mögliches Heißlaufen. Aus dem 19. Jh., als bereits Feuerversicherungen eingerichtet waren, wissen wir von Bränden der Stuerer Hinter- bzw. Mittelmühlen (1866 und 1888). Dabei ist davon auszugehen, dass deren Bedachung aus Schilfrohr oder gar Stroh bestanden hatte. Auch das Pfarrhaus war 1807 mit Schilf gedeckt worden, während an der Wasserburg von Stuer schon früher große Ton-Dachsteine verbaut waren.
In den 1860er Jahren wurde dann bei der Feuerversicherung allerdings Wert darauf gelegt, dass bei neu zu versichernden „Gebäuden mit Strohdach keine russischen Röhren“ verbaut sind. Damit war gemeint, dass ältere, weite „deutsche“ Schornsteine im 19.Jh. zunehmend durch sog. „russische“ mit engerem Querschnitt ersetzt wurden. Weil diese stärkeren Zug erzeugten mit höherer Temperatur und der Folge von Funkenflug, sollten sie bei solcher Deckung wegen der hohen Brandgefahr ausgeschlossen werden.

Äußere Gefahren waren Flutung bzw. Eisgang und einfrierende Wasseräder, was abhängig vom Ausbaugrad der jeweiligen Wasserführung war.
Darauf weist zum Beispiel, eine Tagebuchaufzeichnung des damaligen Stuerer Pastors Leue (1802-1821 in St.) hin, der auch sorgsam das Wetter beobachtet hatte. Zu einem gewaltigen Unwetter am 7. Juni 1809 hatte er vermerkt: „Das Wasser stand z.T. zwei Fuß hoch, . . . Große Schäden an den Wassermühlen.“

Eine andere Gefahr waren feindseligen Übergriffe. Im Dreißigjährigen Krieg war das bei fast allen Mühlen im Lande geschehen. Sie gehörten zu jenen Zeiten zu den Einrichtungen, die wir heute als „kritische Infrastruktur“ bezeichnen würden. So waren in diesem grausamen Krieg sowohl die alte Mühle im Dorf, als auch die Hinter (Unter-)Mühle gebranntschatzt worden oder hatten aus anderen Gründen diese Zeit nicht funktionstüchtig überstanden.

Aus der Zeit der französischen Besatzung zu Anfang des 19.Jahrhunderts liegen Stuer betreffend folgende Tagebuchaufzeichnungen vor. Die Französischkenntnisse des aufzeichnungsfreudigen Pastors gestatteten ihm, sich mit französischen und italienischen Besatzungssoldaten zu verständigen.
Im November 1806 hatte er notiert:
„ . . . es war um 4 Uhr nachmittags, als der Dorfschulze totenblaß und außer sich vor Schrecken in Gesellschaft des Erbschmieds Evert in die Stube gestürzt kam mit den Worten >Nun sind die Franzosen schon da. Sie wollen12 Louisdor haben oder gleich das ganze Dorf in Brand stecken.<„
Unerschrocken, wie er aufschrieb, traf er dann auf zwei Dragoner zu Pferde; „ . . . Leute von furchtbarem Äußeren . . . Der mit dem Helm flunkerte mir mit dem blanken Säbel vor der. Nase herum, der andere aber hielt mir die Pistole mit gezogenem Hahn entgegen. Ohne alle Furcht . . . bezeugte ich ihnen auf französisch meine Freude über ihre Erscheinung, lud sie auch ganz unbefangen ein, ein wenig abzusteigen, um ein Glas Wein bei mir zu trinken.“ Nach Verwunderung einerseits und Erklärungen dazu, „ . . schien sich ihr wildes Ungestüm wirklich zu legen.“ Weil die von ihrem Vorgesetzten befohlene Erpressung dennoch aber sachlich erklärt wurde, eskalierte die Angelegenheit dann doch und geriet zur Geiselnahme des Schulzen.
„Jetzt fand ich es nun nötig, ihnen gute Worte zu geben, da außer dem Schulzen, Meister Evert und mir keine lebende Seele im Dorfe zu wittern war, indem alle sich entweder aus dem Staube gemacht oder in ihren Häusern sich eingeschlossen hatten. So fing ich also an, mit ihnen zu handeln, teilte ihnen die große Armut der Bewohner des Ortes mit, die meistens Tagelöhner oder sehr unbemittelte Bauern wären . . . , lobte den edelmütigen und menschenfreundlichen Charakter der französischen Nation und machte ihnen auch sonst noch manche Komplimente. Dies und eine Flasche Rotwein, die ich mit ihnen austrank und eine andere, die ich ihnen mit auf den Weg gab, wirkte . . .“
Nachdem der Pfarrer den beiden letztendlich weniger Geld, als gefordert, überreicht hatte,
„ . . ließen sie sich doch mit den 4 Louisdor begnügen und jagten davon, um die hier eingepfarrten Mühlen noch mitzunehmen. Auf ihre Frage nach dem Wege zu ihnen, wies und brachte ich sie auf die Landstraße (!) nach Plau. An diesem Tage blieben die Mühlen wirklich verschont.“

Bei einer anderen Situation an der Hintermühle aber trafen die Bauern Lorenz und Wolter, ihrem geraubten Fuhrwerk nachstellend, auf die Franzosen, wie sie „in der Mühle hausen und plündern.“

Auch eine andere Ablenkungsaktion Leues war letztendlich mißglückt: „ Als ich aber beinahe wieder in Stuer war, sah ich sie doch querfeldein nach der Mühle hinab reiten, wo sie zuerst dem Müller Henning und hernach, als dieser davongelaufen, seiner Frau erschrecklich zugesetzt hatten. Da diese ihnen aber tüchtig Bescheid gesagt, so waren sie endlich von hier mit einigen geraubten Sachen und erpressten Talern wieder abgezogen.
Nach meinem Eintritt ins Dorf kamen die erschreckten Bewohner einer nach dem andern wieder aus ihren verrammelten Katen hervor.“

Eine interessante Darstellung, wie sich Jemand selbst und wichtige Anlagen des Dorfes zu schützen versucht, wenn er unberechenbarer Gewaltsamkeit begegnen muß.

Ein anderer, umfassenderer und in dem Fall hochherrschaftlicher Eingriff gegenüber einer Mühle, ist im Anhang zu finden. Er wirft dabei ein Schlaglicht auf die politischen Verhältnisse im 16. Jahrhundert.

Fakten zu den einzelnen Wassermühlen in Stuer

Frühe (Burg)Mühle                                                                                                            Die in der Belehnungsurkunde erwähnte erste, vor 1340 gebaute Mühle von Stuer wird aus Sicherheitsgründen näher am Kristallisationspunkt des Dorfes gelegen haben. Sie lag vermutlich näher an der Wasser-Burg, falls diese schon existierte, jedenfalls näher an der Turmhügel- Burg, der vermutlich ersten provisorischen Burgbefestigung. Da in den Urkunden Mühlen erwähnt wurden, muß offen bleiben, ob diese andernorts im Lehn-Komplex lagen oder schon so früh der Ort der späteren Unter(Hinter-)mühle gemeint war. Eine Burgmühle gehörte 1587, jedenfalls nach Schlie, noch zum Inventar.(2). Auch 1593 und 1596 wurde „die alte Stuersche Mühle“ in Verbindung mit Pachtansprüchen oder innerfamiliären Tauschvergleichen des Flotow Clans genannt. Vermutlich war sie verortet im Dorf, am Ausfluss des Stuerer Sees, wo heute der inzwischen vertiefte kanalisierte Graben verläuft. Die Karte von 1763 zeigt an dieser Stelle noch zwei Teiche, die auf einen Staubereich hinweisen (7):

Bei einer Leitungsverlegung im Jahr 2004 kamen hier massive Steinpackungen oder Fundamente zum Vorschein (53,38015° N, 12,34001° O):

Das diese Fundamentreste tatsächlich auf einen an dieser Stelle verorteten ehemaligen Mühlenstau verweisen, ist nur wahrscheinlich. In diesem Bereich erfolgten nämlich nach 1800 umfangreiche Geländeregulierungen, weitere in der Mitte des 19. Jahrhunderts, in den 1930er und 1950er Jahren.
Die im Jahr 2006 erkannte Dimension der Straßenüberbrückung an dieser Stelle (3m breit, 2,3m hoch, 10m lang) deutet jedenfalls auf einen ursprünglich unsicheren Baugrund dort hin.

Es kann hier nicht sicher geklärt werden, ob die von Schlie im Archiv bei Lehnakten 1587 gelesene („eine weitere“) Stuersche Mühle (1) schon ferner vom Dorf, also am Standort der Stuerschen Hintermühle, gelegen haben könnte. Im Jahr 1676, also nach dem langen Krieg, wurde eine Untermühle als zerstört registriert. Das bedeutet, dass diese Anlage dann dort bereits davor existiert hatte (8).

 

Hintermühle (Mehl-u.Schrotmühle, zeitweilig parallel auch separat eine Ölmühle) (53,38862° N, 12,31266° O)
Zwischen 1676 und 1700 ist an diesem Standort, auf den Wiesen vor dem Plauer See jedenfalls eine neue Mühle gebaut bzw. eine zerstörte oder verfallene alte Anlage ersetzt worden. Im Jahr 1684 stritten zwei Flotowstränge um DIE (welche ?) Stuersche Mühle (und die Bruch-mühle nahe Grüssow). Mit einem Müller Schley und fünf Einwohnern ist die Stuersche 1703 dokumentiert (9) und war 1736 Gegenstand innerfamiliärer Umverteilungen.

Diese Mühle wurde 1748 dann mit einem „Erb-Kauf-Kontrakt“ vom Gutsbesitzer von Flotow an Müller Hecht abgetreten. Diese Bezeichnung umschreibt, dass Müller Hecht in der Folge im Staatskalender als Gutsbesitzer geführt wurde. Demzufolge hatte auch er einen Lehneid und Lehntreue gegenüber dem Herzog zu leisten. Das weist übrigens darauf hin, dass diese unabhängig vom Status des niederen Adels möglich waren (von 1754 überliefert,(10)):

In der Direktorialvermessung von 1756 waren linksseitig des Stauteiches vier Gebäude (1. Wohnhaus mit der Mühle) am Ort und südöstlich gegenüber ein Gebäude Nr.5, der Altenteil-Katen, registriert worden (11).

Gebäudeliste 1-6 v.1791; mit 1. Wohnhaus mit der Mühle, 5. Altenteilerkaten, 7. Schneidemühle (12) :

Die Skizze dazu: (13)

Neben der Getreidemühle ist hier, im Gebäude Nr.6, zeitweise eine Ölmühle betrieben worden. Es ist nicht ganz klar, ob sie an dieser Stelle, dem rechtsseitigen Abfluss aus dem Staubereich wassergetrieben sein konnte. Die abgebildete Schneidemühle wird in diesem Text weiter unten beschrieben. Infolge der Übertragung 1748 gab es wohl längere Streitigkeiten darüber, wieviel und welche Flurstücke einbezogen werden sollten. In der Folge waren waren 1765 zusätzliche Flächen zum Mühlenareal gelegt worden, dabei auch jene Fläche auf der die Sägemühle bereits stand oder weiter ausgebaut werden konnte, so dass es seither 75,6 Hektar umfasste. Müller konnten vom Mahlen allein nicht leben, so war Land zum Eigenerwerb notwendig. (Hier gekennzeichnet: Sägemühle (14 ) )

1861 hatte der Mühlenbesitzer Hecht sein Mühlen- und Wohngebäude abgebrochen und durch ein neues ersetzt, wie eine Anzeige bei der Feuerversicherung zeigt.
Am 27. Oktober 1866 brannten zwei Mühlengebäude gleichzeitig ab, offenbar mit Totalschaden, wie die Taxierung ergab: Die Sägemühle (Mittelmühle) s.u. (15,4x 4,7m) und eine „kleine Mühle“ (7,2x 4,7m), was die Ölmühle sein müßte (15). Die 200m Entfernung dazwischen läßt Fragen offen.
Wie die Malchower Nachrichten berichteten, hatte es 1888 dort dann wieder gebrannt.

Jetzt hatte es das eigentliche Hintermühlen- Gebäude getroffen. Falls es nicht eine mißverständliche Formulierung an die Presse war, soll es gleichfalls wieder die ca. 200 Meter entfernte Sägemühle ebenfalls getroffen haben.
Mit dem nachfolgenden Neuaufbau oder einer Reparatur wird auch der ehemals daneben gelegene Speicher gebaut worden sein.
Das Mühlenensemble sah dann Anfang des 20. Jh. mit hier gekennzeichnetem Mühlrad und der Wegeführung so aus:

Fundamentreste des Speichers, hier das Gebäude rechts, sind noch heute zu finden:

Hier den ehemaligen Westgiebel vom Wohnteil der Mühle, Postkarte von 1913:

Aus dem 1791 genannten und der Kornmühle gegenüber liegenden Altenteiler-Katen entstand später eine Gaststätte, die 1891 als „Schenkwirtschaft“ erwähnt wurde:

In der Hintermühle soll bis in die 1960er Jahre Korn gemahlen worden sein, sehr wahrscheinlich inzwischen Strom getrieben (ist noch im Klärungsprozess). Europaweite Lieferadressen von Metall-Turbinen-Herstellern um 1900 zeigen, dass auch viele Betreiber von Mahlmühlen auf diese umrüsteten. Die Anlage der Hintermühle war 1973 nach ihrem Abriß

und Umbau, einschließlich der Stallanlagen und dem Speicher rechts der Beek, durch mehrere Gebäude eines Hotelbaus mit anderen Abmessungen und Achsen ersetzt worden.

Als Zitat der Mühle ( Neubau 1861 oder Reparatur 1888 ?) wurden Wandteile der dem Mühlbach zugewandten Seite des Wohn- und Mühlengebäudes erhalten. Ein nachgebautes Symbol-Mühlrad war dann später verschlissen und abgebaut worden. Zustand 2020:

Der neben der Mühle beginnende Endmoränenanstieg, der auf der vorangestellten Abbildung von 1913 noch zu sehen ist, war nach Abbruch der Stallungen abgetragen worden und um 1973(?) als Damm durch das Feuchtgebiet südöstlich des Mühlenteichs aufgeschüttet worden.

(Auch dieses, für Bad Stuer relevante, aber technisch sehr schlechte Foto, dass die Veränderung der Zuwegung nach Bad Stuer zeigt, könnte durch Nachlassgabe von Frau Pollin (Bardey) hier gern ersetzt werden. Gleiches gilt für das Wohnteil-Foto.)

Der Damm durch den Staubereich Richtung Plauer See:

Damit änderte sich auch die Wegeführung von der Chaussee nach Bad Stuer (Luftbild 1953 (17) ):

Vorher hatte sie aus dieser Richtung statt durch das Feuchtgebiet, unmittelbar an der Mühle vorbei geführt.

Die touristische Auslastung der Neu- und Umbauten war bis 1990 garantiert und lief ab 1993 privatisiert und erweitert als Filiale eines Hotels aus Plau noch eine Weile weiter. Situation 2026:

Inzwischen und zur Zeit (2026) bietet das erweiterte Mühlenensemble um den Teich herum einen desaströsen Anblick und ruiniert hier videoüberwacht die Landschaft.

 

Die TREUhändische Privatisierung nach der Wiedervereinigung stellte wegen erwartbarer Wertsteigerungen der endlichen Resource Boden die Weichen für eine künftige, Erb-Generationen lang anhaltende, Vermögensverteilung in Deutschland. Neben fehlender Risikobereitschaft im Osten, gab es hier kaum belastbare Sicherheiten für Kredite. Wegen anderer Ausgangsbedingungen nach 1945, konnten Vermögen und Investitionsfreudigkeit für Verwirklichungsträume hier, wesentlich nur aus dem Westen kommen. Herkunftsverstärkte Selbstüberschätzung und sozialverträgliches Talent kamen bei den Investoren jedoch nicht immer zusammen. (Darin ähnlich dem Problem beim früheren Adel.) Bei jenen Investoren, die überwiegend in der Ferne leben, wirkt dabei der Vorteil, auch visuell keine AufSICHT auf ihre Pleiten zu haben.
Anders bei jenen, nach 1989 in beträchtlicher Zahl zugezogenen, ehemals westlich vom Eisernen Vorhang lebenden West-Europärer, bei denen anhaltendes gemeinschaftsförderndes und kulturelles Engagement jetzt hier hilfreich ist, schlecht gelaunte Autoritätsbedürftigkeit etwas zu verdünnen. Dies sei bemerkt zur Abgrenzung gegenüber der populistischen Praxis, vertikale (soziale) Problematiken in horizontale (geografische) umzuleiten.

Mittelmühle (Säge-/ Brett-Mühle) ( 53,38683°N,12,31543°O)

Die Mittel-Mühle ist vor 1756 errichtet worden und gehörte zur Unternehmung des Hintermühlen-Meisters Hecht (18).

Nach einem Brand 1866 wurden die Maße mit (15,4x 4,7m) angegeben. Noch heute lassen sich einige Maße davon auch linksseitig der Beek nachvollziehen.

Die Mühle muss nach diesem Brand wieder aufgebaut worden sein und zwar dann rechtsseitig der Beek mit zugehöriger Bachqueerung (Fundament : 11,6x 9,3 m ). Auf dem Plan hier unten, wahrscheinlich mit Mühlradüberdachung, links höher der Altenteilerkaten der Hintermühle, das spätere Restaurant (19).

Bei einer Volkszählung 1867 war in der Gemarkung Hintermühle als Anwesender ein Mühlenbauer aus Preußen registriert worden.
Von diesem Baukörper sind die Fundamente noch heute auf rechter Bach-Seite deutlich auszumachen. Vorgelagert wahrscheinlich der ehemalige Holzplatz:

Auch der Staudamm und beide Brückenrampen für eine Zufahrt hoch nach Süden sind noch auszumachen:

Die Zufahrt zur Chaussee war noch um 1900 deutlich erfasst worden (20):

Diese Sägemühle bestand wahrscheinlich oberhalb der Fundamente, bzw. der mit dem Wasser in Berührung kommenden Teile, aus einer Holzkonstruktion. Die Dacheindeckung aller frühen Mühlen bestand aus Schilf, eventuell sogar teilweise aus Stroh. Hier eine ortsfremde Variante:

Möglicherweise war sie nur bis 1888, dem zweiten Brand, in Betrieb. Später wurden von der aufgegebenen Mühle Postkarten-Fotos von der Ruine vertrieben (um 1910/ heute).

 

 

 

 

 

 

 

In den 1980er Jahren war noch eine improvisierte kleine Brücke an dieser Stelle über den Bach vorhanden, die den ursprünglichen Zugang von der Chaussee aufgenommen hatte:

Vordermühle (Mehl-/Schrotmühle) (53,38669° N, 12,32239° O)

Im Jahr 1667, also nach dem Dreißigjährigen Krieg, wurde diese Obermühle erwähnt und
und ist um 1700 in der Hoinkhusen-Karte abgebildet (8):

Der Müllermeister aus der Familie Henning hatte für diese Mühle einen Erbpachtvertrag von 1651 mit Verlängerung von 1728. Sie hatte je einen „Korn- und Graupengang“ und gehörte grundherrschaftlich zum Feudalbesitz/Gut Stuer (7):

Gutsbesitzer v. Flotow hatte 1827 einen Müllermeister Meyer als neuen (?) Erbpächter mit 17 seitigem Vertrag bestätigt. Brandvers. Gesellschaft (21):

Zu diesem Vertrag existiert als Anlage eine Aufstellung von Materialien zur Mühleninstandsetzung, die vom Verpächter auf Kosten des Müllers zu liefern wären (6 Seiten (4) ):

(„Aufschlag von dem erforderlichen Holze zur Arche, Grundwand, Mühlenbett und gangfertigen Zeuge,“ . . . „nach der Art, wie sie im Jahre 1826 gebaut werden“ und wie sie “vom Grundherren aus seinen Waldungen auf Kosten des Erbzinsmüllers geschlagen, gesägt und angefahren“ werden sollen.)

Die Herrschaft v. Flotow kam in Stuer jedoch 1830 wirtschaftlich ins Trudeln. Ganz Stuer wurde so zeitweilig zum Besitz eines v. Oertzen. Dieser Grundbesitzer trachtete den „seit unralten Zeiten bestehenden Erbpachtvertrag“, der auch von zukünftigen Besitzern der Stuerschen Güter einzuhalten gewesen wäre, rückgängig zu machen und erzwang dann offenbar auch den herzoglich genehmigten Rückverkauf an ihn. Das hatte bis Anfang 1836 zu jahrelangen Undurchsichtigkeiten, dokumentierten Überschneidungen und Verzögerungen geführt, die mit einem Vergleich (16 Seiten) beendet wurden. Danach waren in der Vordermühle verschiedene Zeit-Pächter am Werk.

Von Oertzen hatte 1835 auch die „Niederlegung der Bauernschaft“ (Wegnahme ihrer Existenzgrundlage) von Stuer eingeleitet. Dabei entstanden sehr wenige Erbpachtverträge mit ausgewählten Bauern über verkleinerte Hufen auf eher ertragsärmeren Böden.
Die Grundherrschaften wechselten dann vielfach, zeitweise auch an eine Familie Hagemeister. Aber auch verschiedene von Flotow-Familienzweige traten, zum Teil konkurrierend, um Stuer herum auf, denen zeitweilig zugeschnittene Teilherrschaften zugeschlagen wurden. 1853 kaufte ein v. Flotow das Gut Stuer, einschließlich der Vordermühle, allerdings um Neu-Stuer reduziert, für erheblich höhere Kosten zurück.

Am Baubestand des Gebäudes der Vordermühle weisen (2022) als einziger der Stuerer Mühlen noch Details auf die ursprüngliche Situation hin, so daß sie nachvollzogen werden kann.
Der Zulauf aus dem Mühlenteich:

Im Mühlengebäude ein Keller-Fenster/Wandloch mit beachtlicher Wandstärke aus Richtung Mühlrad:

 

Auch im Erdgeschoß starke Wandausbildung aus Bruchsteinmauerwerk:

Starke Tragwerkkonstruktion des Haus-/Mehlbodens (Lasten, Getreidesäcke, Mehl):

 

Ehemalige Abflußrichtung ins Tal in Richtung des heutigen Bachbettes, das bei Mühlenbetrieb als Freiarche funktioniert haben dürfte:

Der Betrieb der Vordermühle war 1904 eingestellt worden. Dort gab es (spätestens seit 1891/ Staatskalender) ebenfalls einen „Krug“. Die Anlage existierte danach als Forsthaus weiter, zunächst noch in waldfreier Umgebung:

Der zugehörige Stauteich ist, in den 1930er Jahren vertieft und erweitert und als Karpfenzucht vom Gutsbesitzer betrieben worden. Zwischen 1961 und 63 war dies von der DDR-Fischwirtschaft zu den heutigen Fischteichen erweitert und grundverdichtet umgebaut worden: Heute / 1757

Auf die Lage der traditionellen Wasser-Mühlen in der Umgebung von Stuer wird in einem späteren Beitrag über den Stuerer See, im Zusammenhang mit den Fließrichtungen der Gewässer südlich von Malchow, hingewiesen werden.

Wasserturbine von 1894 in Bad Stuer
An einer Quelle mit Stauteich und geführtem Wasserlauf sorgte 1894 bereits eine Turbine für Elektrizität. Zugleich, oder zeitnah, existierte daneben ein Maschinenhaus, in dem als Reserve- oder Zusatzantrieb eine Dampfmaschine und eine Dampfheizung betrieben wurden. Der Sohn von Gustav Bardey, Dr.Hans Bardey, hatte die Wasserheilanstalt 1891 übernommen. Bad Stuer verfügte 1895 bereits über 80 Logierzimmer mit Winterbetrieb. Hier war ein halbes Jahrhundert vor dem Dorf und fünfundzwanzig Jahre vor dem Windrad in Stuer- Winkel, auf bescheidenem Niveau Elektrizität vorhanden. Diese Ortslage war damit ziemlich zeitig als eine der ersten in Deutschland mit Strom versorgt worden.

Fazit:
Die Wassermühlen waren zu ihrer Zeit die modernen, lebenswichtigen und ökonomisch wichtigen Bestandteile des Dorfes, weshalb sie als „kritische Infrastruktur“ behandelt wurden. Mit ihnen wurden Getreide und Ölsaaten gemahlen, Holz gesägt und zuletzt auch elektrischer Strom erzeugt. In Stuer waren früh, an zahlreichen Standorten und lange Zeit, diese Kraftwerke entstanden. Die Wasserturbine in Bad Stuer zeugt davon, daß auch am Anfang des 20. Jahrhunderts in Stuer Ansässige aktive Vorreiter für die Nutzung erneuerbarer Energie waren.

Dank an                                                                                                                            Lothar Wilken vom Mühlenverein Mecklenburg-Vorpommern für klärende übergeordnete Hinweise. Ebenso an die heutigen Eigentümer des Gebäudes der ehemaligen Vordermühle für den Zutritt. Lutz Gelbert und Herrn Kassens für Infos zu Bad Stuer.

Anmerkungen, Quellen
(1).  Schlie,F., Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des GH Mecklenburg-Schwerin, v.Band,
1902, S446, ohne genaue Primärquelle, (>ev. Lehnakten?)
(2). Digitales Geländemodell, GeoPortal.MV
(3)  Museen in Vorarlberg – Ein Teil der Kulturlandschaft Vorarlberg.
(4)  Akte 5.12-9/9 Landratsamt Waren Nr. 4039a und b, LHA SN
(5)  Friedrich Jentzen, Stiftung Mecklenburg, Schl.-Holstein-Haus Schwerin
(6)  Ludwig Richter, um 1850
(7)  Teilungskarte 1844, umgezeichnete Direktorialkarte v. 1754, Detail, LHA SN
(8) Atlas des B.C.v.Hoinkhusen, 1700, Ausschnitt, GEO Portal MV
(9)  Martiniliste, LHA SN
(10) Lehneid Hecht,1754,Lehnakten II 619, LHA SN
(11) Plan von der Stuer Hinter Mühle, kopiert 1825, LHA SN 5.122-9/9, Nr. 4039b, genordet,
(12) Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft, LHA SN, 3.3-4, 1791
(13). RBVG, w.o., Lageskizze,1791
(14)  „Plan von demjenigen Theile des Gutes Stuer welcher zur
Stuerschen Hinter Mühle gelegt ist.
Aus der Directorial Karte von Stuer extrahiert“, 1835, LHA SN 5.12-9/9, Nr. 4039b
(15) 1866, Brandprotokoll, Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft, 3.3-4, LHA SN
(16) Lehnakten III 796, LHA SN
(17) Orthophoto, 1953 M-V (DOP1953), GeoPortal.MV
(18) Dir.Karte 1756, LHA SN
(19). Plan von der Wasseheilanstalt Stuer,1875/78, Detail, genordet, LHA SN
(20) Messtischblatt, 1888
(21) RBVG, w.o., LHA SN
(22) Sat.foto/ Dir.Karte 1757                                                                                                    weitere Quelle:  Hecht, Heidi, „Die Geschichte der Mühlen und ihrer Müller              in Malchow und Umgebung“, Malchow, 2017

Eine der Hintermühle von Stuer nicht zuordbare (?) Ansicht, Postkarte, 1930er Jahre:

ANHANG

Machtgerangel um eine Mühle während einer Zeitenwende ( um 1550)

Die hohe wirtschaftliche Bedeutung von Mühlen und das landesherrliche Privileg und Eigeninteresse, Mühlen- Rechte zu verleihen, wird deutlich an einem interessanten Archivfund, der ungenau zugeordnet war. Dabei wirft eine kulturkämpferisch geführte Machtdemonstration ein Schlaglicht auf die Abhängigkeitsverhältnisse am Übergang zur Neuzeit.

Zusammenfassung:
Dem adeligen Untertan (v.Flotow) war vom seinem Lehnsherren, dem Landesfürsten, eine Wassermühle am Massower See zerstört worden. Diese Machtdemonstration um 1550 während einer epochalen politischen und religiösen Auseinandersetzung nahm jedoch einen unerwarteten Verlauf.

Es existiert ein Urteil mit Verhandlungsaufzeichnungen zu einer Untertanenklage des Hans v. Flotow (auf Tönchow und Woldzegarten) vor dem 1495 installierten Reichskammergericht in Speyer.
Diese Klage von 1548 richtete sich gegen seine zwei Landesherren. Diese regierten gerade gemeinsam die derzeitigen beiden Landesteile M.Schwerin u. M. Güstrow. Hier die Karte von 1648 nach der „Zweiten mecklenburgischen Hauptlandesteilung“ 1621 (1):

nach 1621, Stuer hellblau, Massow dkl. blau

Zur Vorgeschichte und Situation
Das Mühlenrecht am Massower See („Wendisch-Massow mit der Mühle“) , also etwa 10 km von Stuer entfernt (etwa 53,31884° N, 12,44928° O), ist den Flotows bereits 1344 gleichzeitig mit dem in Stuer und seinen Mühlen, verliehen worden:

Das war nachträglich zur schon realen Existenz dieser jeweiligen Mühlen geschehen, sicherte nun aber auch dem Lehnsherren Einnahmen. Das Land gehörte rechtlich weiterhin ohnehin ihm. Für die Leihe („Lehen“) mußten die adligen Untertanen Treue, Militärdienst und Abgaben leisten. Verweigerte ein Ritter diese Kriegsdienste, drohte der Einzug seiner Besitzungen.
(So hatten z.B. die „Vlotowen thom Sture“, bei einer Fehde mit Lübeck, 8 Pferde zu stellen und einen Anteil (30?) der 5050 Mann an Fußvolk, bei 1364 Pferden. Damals mussten die Herren noch leibhaftig ins Gefecht.)

Was war passiert im Zusammenhang mit der Wasserrmühle?
Die Herzöge hatten Hans von Flotow in seiner Abwesenheit diese Mühle zerstören lassen, wahrscheinlich 1546/47.
Nach seiner Rückkehr aus dem Kriegs-Dienst beim Kaiser klagte Hans von Flotow im Jahr 1548.
Das Urteil- auf „langer Bank“- erging 1552. (2)

„In der Urkunde geht es um die ‚rechtmäßig erbaute‘ Mühle der von Flotow in Massow (hier „Marssaw“) auf ihrem eigenen Grund und Boden, die ihnen nach über hundertjährigem unangefochtenen Besitz niedergerissen worden sei durch die Herzöge von Mecklenburg, Heinrich und den verstorbenen Vater des angesprochenen Herzogs, Johann Albrecht. Bei Strafe von 20 Mark Gold müssen die Adressaten den Wiederaufbau dulden und innerhalb von 24 Tagen nach Zustellung des Mandats Schadenersatz leisten, konnten aber am Hofgericht Rechtsmittel einlegen. Dafür sind jeweils Termine festgelegt. Erschwerend käme hinzu, daß sich im vergangenen Jahr, als der Übergriff erfolgte, Hans von Flotow gerade im Dienst des Kaisers befand.“

In der Urkunde wird Johann Albrecht I. Herzog zu Mecklenburg, als Beklagter angesprochen. Der war Anhänger der Reformation. Gleichfalls ist sein Vater erwähnt, Albrecht VII., Herzog zu Mecklenburg, genannt der Schöne. Er war Teilherrscher im Landesteil Güstrow. Anfangs war er der neuen evangelischen Lehre zugetan, sodann aber plötzlich wiederum eifriger Anhänger des Katholizismus geworden. Gemeinsam mit Heinrich V., Herzog zu Mecklenburg, genannt der Friedfertige, Teilherrscher im Landesteil Schwerin, wiederum ein Anhänger des Protestantismus, wurde beiden die Zerstörung der Mühle und Versagung des Aufbaus angelastet. Während der Geschädigte und Kläger, Hans von Flotow auf Kaiserlich-Katholischer Seite (!) seinen Ross-Dienst 1546 und 1547 im Schmalkaldischen Krieg leistete, war Johann Albrecht I., der bekennende Protestant, von seinem Vater genötigt worden, ebenfalls auf dieser Seite gegen seine evangelischen Glaubensgenossen zu kämpfen.
„In dieser schwierigen Lage, wo innerste Überzeugung einerseits und Pflicht des Sohnes andererseits, in schärfsten Konflikt kommen mussten, entzog sich Johann Albrecht I. indessen nicht der Pflicht des Gehorsams gegen den Willen des Vaters.“ „Er leistete wenigstens im Anfang des Krieges auf den Wunsch des Vaters zugleich mit seinem Bruder Georg im kaiserlichen Heer“ den Kriegsdienst.“Jedoch noch vor dem schlimmen Ausgang dieses Krieges konnte Johann Albrecht I. sich solchem Dienste entziehen.“ Nämlich ab 7.1.1547, als er nach seines Vaters Tod dessen Regierungsgeschäfte in einem Teil Mecklenburgs übernahm. (3)
Wie ging diese Angelegenheit aus?
Hans von Flotow dürfte 1547 nach Tönchow zurückgekommen sein und Klage erhoben haben. Vielleicht auch, weil er auf der siegreichen Seite des Kaisers Karl V. gestanden hatte, bekam er im etwas schleppenden Prozess Recht, durfte die Mühle auf Kosten des Zerstörers wieder aufbauen lassen und bekam Schadenersatz zugesprochen. (Karte 1788 (4)):

Der schlimme Ausgang im Zitat bezieht sich darauf, daß die evangelische Seite im April 1547 in der Schlacht bei Mühlberg von der kaiserlich-katholischen Seite geschlagen worden war. Die reformatorische Seite konnte sich in den norddeutschen Gebieten und Sachsen dennoch mit gewissen Abstrichen stabilisieren. So ging Johann Albrecht I. nach Machtübernahme „sogleich in seinem Lande offen und bestimmt mit der weiteren Durchführung der Reformation vor, welcher sein Vater in den letzten Jahren so hemmend entgegengetreten war.“ (3) Auf dem Landtag 1549 konnte er die Reformation für den Gesamtstaat Mecklenburg durchsetzen. Damit war für auch für Hans von Flotow, unabhängig vom Prozessausgang, geklärt, was und wie er zu GLAUBEN hatte. Albrecht I. hatte in der Folge übrigens den anderen, den Schweriner Landesteil übernommen.
Genau zu dieser Zeit, 1556, hatte P. Bruegel d.Ä. seine Sicht auf diese hier beschriebene und bis heute anhaltende Praxis dargestellt: „Die großen Fische fressen die kleinen“.

Erstaunlich, dass es ein halbes Jahrtausend später immer noch identitätsfixierten und gewaltbereiten Bewegungen gelingt, machtpolitische Interessen mit religiösen Auslegungen zu verkleiden. Inzwischen noch verstärkt oder ersetzt durch die bis in die Gegenwart verHEERende Installation der Zuordnungskathegorie Nationalismus. Gleiches Modell bipolarer Weltwahrnehmung: WIR und DIE.
Die territorialen Teilungsgelüste und Auseinandersetzungen zwischen den beiden Herzogtümern bestimmten und hemmten die Entwicklung Mecklenburgs. Das zeigen zwei Karten aus dem 14. und 17.Jahrhundert. Streitursachen untereinander waren Schulden infolge von Kriegsfinanzierungen. Der Konflikt mit den „Ständen“wiederum existierte, weil sie sich Landesteilungen widersetzten. Die geforderte Gegenleistung realer Ritterdienste erübrigte sich im Lauf der Zeit mit der Einführung von Söldnerheeren.

Karte 1621-1701 (5):

Wann genau die Mühle wirklich zerstört worden war, ob noch vor dem Todestag von Albrecht VII., auch ob sehr persönliche Rechnungen eine Rolle gespielt hatten, vielleicht von anderen konkurrierenden Adeligen, könnte wahrscheinlich nach einer genaueren Analyse der überlieferten 45 Seiten Gerichtsprotokolle bzw. Erklärungsschreiben erkennbarer werden. Zumal in den Akten eine ENTSCHULDIGUNG der Gebrüder Andreas und Christoff Flotow zu Stuer enthalten ist. Auskunft darüber gibt auch die Veröffentlichung von Gustav v. Flotow (1844) über diese Familie nicht.

Sollte die hier dargestellte Interpretation der Angelegenheit zutreffen, ergibt sich nämlich auch ein kulturkämpferischer Widerspruch innerhalb des Flotowschen Familienverbandes (Hans in Tönchow und anderen Flotows in Stuer) bis zur Feindschaft aufgrund nachfolgender Aussage zum Jahr 1532 ( Lisch,1861 (6)):

„Die v. Flotow auf Stur waren sehr früh protestantisch geworden; es werden die Brüder Dietrich 1505-27, Hartwig 1505-15, Jaspar 1505-27 und Melchior 1505 auf Stur genannt. Schon um das Jahr 1524 oder 25 hatten sie einen lutherischen Geistlichen, Cyriacus von Bernburg, als Lehrer ihrer Kinder bei sich aufgenommen und ihm dabei die Predigt des Evangelii erlaubt, weil die Geistlichen zu Stur ´gar ungeschickt und ungelehrt´ waren. . . . Von Bernburg hatte sich zur Ministrirung der Sacramente einen gesalbten Capellan um der Schwachheit des Volkes willen neben sich halten müssen,“ da das „gemeine Volk die Sacramente nicht gerne anders als von Gesalbten empfing.“ (6) Auch wirtschaftlich-materiell waren die Überschneidungen von Interessen zwischen einer, bzw. zweier Mühlen in/ bei Stuer gegenüber einer funktionierenden am Massower See sicher zu bedenken.
Auch hier zeigt sich, daß HEIMATkunde im Sinn einer stabilen gefühlten völkischen, ortsbezogenen oder familiären Identität keine homogene Erzählung sein kann. Weil sie meist von vertikalen Abhängigkeiten durchwebt ist, die deshalb auch unterschiedliche Erfahrungen und Wertungen bewirken.

Wer letztendlich die an dieser Stelle später nachweisbare Mühle (1567), aufgebaut und betrieben hat, ist hier nicht genauer untersucht worden. Hans von Flotow ist in der zitierten Familienaufzeichnung, ohne Lebensdaten, dem zwischen Stuer und besagter Mühle liegenden Ort Tönchow zugeordnet. Der aber, im 16.Jh. als wüst registriert (!), soll nicht an derselben Stelle wie der heutige gelegen haben, war möglicherweise das heutige Altenhof. (7)

Am Ort Massow selbst war schon seit 1502 eine andere, als die ursprünglich belehnte von Flotow Familie, nämlich jene von Lücken, Belehnte des Dorfes.
Jedenfalls hat diese Mühle später wieder existieren können, war z.B.1797 auch im Staatskalender aufgeführt. (8)

 

Von der Mühlenanlage ist heute nichts mehr oberirdisch zu erahnen. Am später weiter nördlich angelegten, kanalisierten Abfluß der Elde aus dem Massower See, blieb ein Rechen übrig:

 

Zusammenfassung:
Der geschädigte Kläger bekam gegenüber seinem Fürsten Recht und Entschädigung, durfte die Mühle wieder aufbauen, hatte aber, durch den Beklagten wesentlich betrieben, am Ende die evangelische Variante des christlichen Weltverständnisses, gegen die er vorher an der Seite des Kaisers in den Krieg gezogen war, jedenfalls offiziell, anzunehmen.

Dank an Prof. Dr. Christian Mileta für Lese- und Interpretationshilfe

Anmerkungen, Quellen

(1) Karte zu 1648, Schleswig-Holstein- Haus, Schwerin
(2) Reichskammergericht, Prozeßakten, 1495-1806, MHA-SN 09.01.01, 75
(3) https://www.deutsche-biographie.de/gnd100363237.html#ndbcontent
(4) „Topographisch, oeconomisch und militaerische Charte des Herzogthums  Mecklenburg Schwerin and des Fürstenthums Ratzeburg“, Schmettau, 1788, Detail, Massow See, GeoPortal.MV
(5) Karte 1621-1701, Hist. u. Geographischer Atlas von MV u.Pommern, Bd.2,1995
(6) Lisch, Die Reformation zu Stur und die Verwaltung der Sacramente in den ersten Zeiten der Reformation, In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 26, 1861), S. 55-59
(7) Schildt, MJb. 56 ,1891
(8). MTBl.,1888, GeoPortal.MV

 

 

                           Die Windmühle von Stuer

– Wo war der Standort zu welcher Zeit ?
– Was war das Funktionsprinzip der Bockwindmühle ?
– Welche Zusammenhänge gab es zwischen der Mühle und ihrer Umgebung?
– Fakten zur Bockwindmühle in Stuer

Zusammenfassung:
Eine hölzerne Bockmühle wurde nur 2-3 Jahrzehnte am Hang der Endmoräne betrieben. Sie war eine Filiale der vorderen Wassermühle und der Gutsherrschaft zugehörig.

Wo war der Standort zu welcher Zeit ?

Weil von dieser Mühle keine Ansicht existiert, erscheint hier eine gemalte Abbildung.

Eine Bockwindmühle war vor 1857 in Stuer nördlich der Chaussee oberhalb des Eisvogel-Tals errichtet worden. (53,38374°N/ 12,31562°O)
In Richtung der oberen, damals waldfreien Kante der Endmoräne bestand sie bis 1870. Als Filiale der vorderen Wassermühle gehörte sie zum feudalen Grundbesitz des Stuerer Gutsherren (1).

Um 1700 war hier ein Hügel abgebildet, um den steilen Rand der Endmoräne anzudeuten (2):

Screenshot

In der heutigen Geländeoberfläche zeichnet sich der Mühlort so ab (3):

Wie eine zeitgenössische Zeichnung aus westlicher Richtung zeigt, war die Endmoräne in der Mitte des 19. Jh. nahezu waldfrei. Die Mühle wurde hier per Hand hinein gezeichnet:

 

Von dieser Mühle ist nichts mehr erhalten, deshalb soll hier eine gedankliche Rekonstruktion angeboten werden.

Was war das Funktionsprinzip einer Bockwindmühle ?

Unmittelbare Voraussetzung für den Betrieb war Windgang. Dessen Energie wurde von den leicht angekippten vier Flügeln des Flügelkreuzes in eine Drehbewegung der Flügelwelle umgesetzt. Diese ist aus Stabilitätsgründen, samt dem ihr aufsitzenden großen Zahnrad (Kammrad), leicht schräg nach hinten gelagert.

Dieses langsam laufende hölzerne Rad übersetzte die Bewegung mit Richtungsänderung nach unten auf den dadurch kreisenden oberen Mahlstein. Hier funktionierte das ähnlich, wie bei den Wassermühlen dargestellt.

Screenshot

Bei größeren Varianten konnten auch zwei Mahlgänge parallel vorhanden gewesen sein wie auf diesem „Steinboden“ (4) :

Diese Übertragungs- und Mahltechnik war in einem zweietagigen, mit Holz verschalten Fachwerkkasten untergebracht. Das Mühlenhaus maß etwa 5×5 m und war ca.7m hoch.

Getragen wurde es von einem senkrechten, mindestens 0,6 m starken, Eichen-Pfosten. Mit ihm war das gesamte Gebäude insgesamt drehbar gelagert (5).

Dieser „Hausbaum“ wurde stabil gestützt von einem massiven Holzbock, der fest mit dem Erdboden verankert war.
Ein weit nach unten schräg heraus ragender Balken (Stertz) ermöglichte dem Müller die gesamte Anlage per Hand oder, wie hier abgebildet, mit Hilfsmechanismen gegen die gerade herrschende Windrichtung zu drehen und dann zu fixieren (6).

Auf dieser Rückseite befand sich auch die Treppe, welche zu dem 3 bis 4 Meter hoch gelegenen ersten Boden der Mühle führte. Diese konnte auch über den Stertz geführt sein.
Weil oft mehrere Mahlgänge nötig waren, je nach erwünschtem Ausmahlgrad des Mehls,

war auch bei der Windmühle ein mehrfaches Hochtransportieren von Korn bzw. Zwischenergebnissen nötig. Im besten Fall wurde dazu ein an den Drehvorgang koppelbarer Sack-Aufzug genutzt. Dennoch war das für den Müllergesellen Knochenarbeit.
Sobald Wind aufkam, mußte der Müller aktiv werden, operativer als bei einer ja regulierbaren Wassermühle. Bei Sturm dagegen hatte er die Flügel längs zu klappen.

Parallel zum Mahlgang war ein massiver Bremsbalken angeordnet, dessen Wirksamkeit durch Gewichte verstärkt sein konnte (7).

Windmühlen brannten unter anderem auch dadurch ab, dass bei plötzlich unvorhergesehen aufkommendem Sturm das Kammrad durchdrehen konnte. War das Rutenwerk also nicht gesichert, konnte so große Reibungswärme bis zur Brandauslösung entstehen. Aber auch Blitzschlag konnte gefährlich sein, wie z.B. 1883 bei der benachbarten Zislower Windmühle. (8)

Ein anschauliches Abbild der Müllerei zeigt der Film: „Der Letzte seines Standes: Der Windmüller“, 28 Min. (9)

Die Funktionsweise einer Mühle ist auch gut zu erfahren an einem großen Modell von M.Schönrock im Stadtmuseum Waren. Leider steht sie dort sehr ungünstig und ist auch nicht in funktionsbereitem elektrobetriebenem Zustand gehalten worden.
Darin sind zur Demonstration verschiedene Nutzungsvarianten in einem Mühlenkasten vereint, hier von links: Hammerwerk, Kollergang, Steinkran, verdeckt rechts Mahlgang (Modellwindmühle in Waren) :

Welche Zusammenhänge gab es zwischen einer Mühle und ihrer Umgebung?

Wind und Wetter hatten bei einer auf der Höhe stehenden Bockwindmühlen starke Angriffsmöglichkeiten, weshalb nur wenige lange erhalten blieben. Die Müller waren deshalb in windfreien Zeiten auch reichlich mit Reparaturen beschäftigt. Handwerkliches Können und große Erfahrung waren dabei erforderlich, im Dorf ähnlich dem Schmied. Die Holzverbindungen waren ausgeklügelt und mußten exakt ausgeführt werden. Daraus ergab sich, daß im 18.Jh. eingeführte „Müllerämter“ eine zeitlang mit dem Zimmererhandwerk vereint waren.

Mühlen waren Jahrhunderte lang die einzigen Maschinen, die Landbewohner zu sehen bekamen:
Technische Wunderwerke.

Als weithin sichtbare Landmarken waren Windmühlen, ähnlich den ungleichen Geschwistern im Tal, mentalgeschichtlich von Bedeutung. Auf den drehenden Punkt gebracht, waren sie Ausdruck des ewig Fließenden, von der Energie der Atmosphäre. Wind, Wetter, Blitzschlag, Verfall- alles konnte weit sichtbar abgelesen werden.
Im Zuge der aufkommenden Industrialisierung mit ihren Fabriken, dem Rauch der Schlote, dem Aufwuchs des landlosen Proletariats wurden sie auch vielfach abgebildet im Duktus vergangenheitsverliebter Romantisierung. Die schwere, staubige, unregelmäßige Arbeit des Müllers bleibt bei dieser Weltsicht aussortiert. Rückbesinnung in verniedlichter Form galt auch eher nicht der Leibeigenschaft und den extrem patriarchalischen Umständen der Feudalherrschaft. Sehnsuchtsvolles Verklären heiler naturnaher Welt als Angebot für die von der Entwicklung Verunsicherten.

Ein Gegenbild zum sesshaften Konservatismus wurde dabei allerdings auch erkennbar. „Das Wandern ist des Müllers Lust“(1818). Gemeint war damit wohl eher der junge Geselle, als Ausdruck für den Ausbruch aus Enge und für Beweglichkeit, Lernbereitschaft und Kooperation.

Der Typ Bockwindmühle verbreitete sich, als horizontal drehende Anlage, seit dem 12. Jahrhundert in Europa. Anfänglich Klöstern zugeordnet, war sie im Mittelalter weit verbreitet. Ende des 13. Jahrhunderts waren hierzulande die ersten Bockwindmühlen bei Wismar und in Plau errichtet worden.

Im Gegensatz zur Bockwindmühle wird bei im 16.Jh. entstandenen Holländerwindmühlen nur eine drehbare Haube samt Flügelkreuz und -welle in den Wind gedreht. Der gesamte Unterbau ist dabei massiver und ruht ortsfest auf einem steinernen achteckigen oder runden Mauerwerk. Solche stehen demzufolge im Lande noch mehrere, z.B. jene in Malchow und Röbel. Dazu gibt es auch Mischformen (etwa Paltrock-).

Im letzten Drittel des 19.Jahrhunderts hatte die Anzahl traditioneller Windmühlen in Deutschland als mechanische Kraftquelle das Maximum erreicht: 1880 sollen es 20 000 gewesen sein.

Fakten zur Bockwindmühle in Stuer

Die Mühle war um 1850 in Stuer errichtet worden. Sie hatte eine Wegeführung zum Teil gemeinsam mit der Sägemühle zur Plau-Röbeler Chaussee, die in den 1850er Jahren im Ausbau war.

 

Zwischen 1835- 45 war der Stuerer See, einschließlich zum Teil vorgelagerter Flach-Wasserflächen, in der Absicht Weideland zu gewinnen, abgelassen worden. Es könnte damit an den drei Wasser-Mühlen gelegentlich zu wenig Wasser angekommen sein.

Eine aktuelles Lagebild der Beek (Sommer 2026) im Dorf, am Abfluss des seit Jahren wieder angestauten (!) , von Regenwasser gespeisten Rogeetz-Stuerer Seebeckens:

Hier könnten sich im Kleinen die großen Ausmaße eines nicht nur gelegentlichen Problems abbilden: Die extrem niedrigen Pegelstände der Flüsse in Europa mit ihren auch wirtschaftlich enormen Auswirkungen (2026).

Die Feuerversicherungsakten gaben im 19. Jh. verläßlich Auskunft über die Anzahl und die Art der Gebäude und ihre Maße. Im Zusammenhang eines Versicherungskomplexes sind sie allerdings nur pauschal und abstrakt ainnerhalb eines „Situationsplans“ erfasst. Akte v. 1859, Mühle als NR.19 im Kreis (11):

1870 wurde die Mühle dann bereits als so beschädigt angesehen, dass sie abgeschrieben wurde.
So könnte es dort zeitweise ausgesehen haben, wie hier bei einer anderen Bockwindmühle:

Im Jahr 1953 war der Standort noch zu erahnen (12):

Der Platz im inzwischen bewaldeten Gelände:

FAZIT:
Ob herbeigeführter Wassermangel an den Mühlen der Anlass für die Nutzung von Windkraft war und für ihre kurze Wirksamkeit, schlechte Bauausführung oder nachlässige Unterhaltung, muß offen bleiben.

Dank für Hinweis auf den Ort an den Jagdpächter Herrn Sievert.

Quellen, Anmerkungen
(1)    MTBl., 1888, GeoPortal.MV 
(2)    Hoinkhusen, GeoPortal.MV
(3)    Digitales Geländemodell, GeoPortal.MV                                                                      (4)    Mühle Klockenhagen, Steinboden
(5)    Zeichnung: Steinberg, 1981, DDR, Plakat mit 12 Mühlentypen
(6)    Mühle Wanzer, mechanisch verstellbarer Stertz
(7)    Mühle Marzahn, Bremsbalken
(8)    Unklar, ob das schon deren Ende war, 1911 kartografisch noch verzeichnet
(9)    Film beschreibt allerdings die Vorgänge in einer Holländermühle, Benedikt           Kuby Filmpr.
(10) Digitales Geländemodell, GeoPortal.MV                                                                    (11) Ritterschaftliche Brandversicherungsgesellschaft, 3.3-4, LHA SN
(12) Orthophotos 1953 M-V (DOP1953), GeoPortal.MV

                Die frühe WindTURBINE in Stuer

Wo war der Standort und zu welcher Zeit ?
Was waren die technischen Voraussetzungen für Windräder und die Stromerzeugung?
Welche Zusammenhänge gab es zwischen dem Windrad und seinem Umfeld?
Fakten zur Windturbine in Stuer

Zusammenfassung:
Ein Windrad aus Metall betrieb in der ersten Hälfte des 20.Jh auf einem Bauernhof verschiedene landwirtschaftlichen Apparaturen. Dabei wurden ca. 3 Jahrzehnte lang mit einem Dynamo Gleichstrom erzeugt, der in Batterien gespeichert werden konnte.

Wo war der Standort und zu welcher Zeit ?

Im letzten Drittel des 19.Jahrhunderts hatte die Anzahl traditioneller Windmühlen in Deutschland als mechanische Kraftquelle das Maximum erreicht. (1880 in D. 20 000). Die zerschlissene Windmühle im Gut Stuer war nach 1870 abgetragen worden.
Parallel dazu hatten sich, durch Erfindungen ermöglicht, neue Technologien Schritt für Schritt zügig entwickelt.
Nach dem ersten Weltkrieg, so um 1920, wurde auf dem damaligen Erbpacht- Bauernhof Lorenz in Stuer-Winkel eine Windkraftanlage aus Stahl in Betrieb genommen und 1956 demontiert (53,39101° N, 12,35649°O): MTBl.1888 (1)

 

Dort war seit 1832 aus einer Wohnhaus/ Stallgebäude-Situation in Etappen ein Vierseitenhof entstanden.  Luftbild 1937 (2):

Für die Bewohner des ländlichen, etwas abgelegenen Bauernhofes, war dies eine erste Möglichkeit, verschiedene Gerätschaften mechanisch betreiben zu können. Hinzu kam die Gelegenheit, in dieser örtlichen Außenlage, durch Stromerzeugung elektrisches Licht für eine sparsame Eigenverwendung zu erzeugen. Einziges Foto vom Original in Stuer- Winkel, Vielblattrotor mit 24 Schaufeln, 6m Dm:

UNS wird heute die Vorstellung nicht ganz leicht fallen, wie vor etwas mehr als hundert Jahren, in den Städten und erst recht in den Dörfern, zumal in Ausbauten, die Gaslichter und Petroleumlampen mit ihren Dochten und Glühstrümpfen in winterabendlicher Dunkelheit durch „elektrisches Licht“ ersetzt und übertroffen wurden. Ein nicht näher definierter Bericht aus Schleswig-Holstein gibt Augenzeugen wieder: „Und als Kunde durchs Dorf ging: Am Heiligen Abend kommt das Licht! entstand . . . Jubel im Dorf. . . . Die Freude über die große Wohltat war wirklich einmalig.“ (3)

Was waren die technischen Voraussetzungen für Windräder und die Stromerzeugung?

Windrad in Alt-Schwerin, 6 Meter Durchmesser, 21 SchaufelnLeistung von 35 KW, stand 1923-1957 nahe Wismar an der Ostsee (4):

Seit dem 18.Jahrhundert waren Tüftler in Sachen Elektrizität dabei, die Nutzbarkeit dieses Naturphänomens voran zu bringen (Franklin, Volta, Faraday, Edison, Tesla, Westinghouse, Siemens, . . ). Damit konnten, effektiver als vorher, mechanische Drehbewegungen in elektrische Energie umgewandelt werden (Generator, 1866).
Hinzu kamen die Entwicklungen des metallverarbeitende Maschinenbaus. Das führte dazu, daß sich aus der traditionellen Windmühlentechnik abgeleitete Windkraftanlagen aus Stahl herstellen ließen.

Die konnten ihre Drehbewegung direkt mechanisch auf verschiedene Anwendungsmaschinen übertragen, aber auch elektrischen Strom erzeugen.
Detail-Foto v. Windrad in Alt Schwerin mit eingeklappter Windfahne:

Eine erste praktisch nutzbare Speicherung elektrischer Energie gelang 1859 dem französischen Physiker Plante´ in Paris. Er hatte den ersten wiederaufladbaren Bleiakkumulator entwickelt. Zwei durch Stoffstreifen getrennte Bleiplatten waren darin in verdünnte Schwefelsäure getaucht.
Varta- Bleiakku Li 2 in Glas:

Welche Zusammenhänge gab es zwischen dem Windrad und seinem Umfeld?

Die erste belegte windbetriebene Anlage zu Stromerzeugung war 1883 in Wien entstanden (5).
Der Erfinder Brush konnte 1888 in den USA sein erstes Windrad mit Batteriespeicher aufstellen.

Im Jahr 1920 sollen in Deutschland 477 Windturbinen gelaufen sein, von denen die meisten auch im Lande hergestellt worden sind. (6) (7)

Nach dieser Quelle hatte ein großer Teil davon nur Wasser oder Abwasser gepumpt bzw. geschöpft. Maschinen oder Mühlen sollen nur 175 angetrieben und 13 Elektrizität erzeugt haben. In den 1930er Jahren sollen im Deutschen Reich dann schon mehr als 15 000 Windräder gelaufen sein (4).

In Bad Stuer hatte der Besitzer der Wasserheilanstalt schon seit 1894 eine Wasserturbine zur Stromerzeugung betrieben. Energielieferant war eine Wasserquelle mit Staubecken am nördlichen Ende von Bad Stuer. Damit hatte sich dieser Ortsteil ziemlich zeitig als einer der ersten in Deutschland mit Strom versorgt. Im Dorf Stuer selbst entstand erst 1953 bis 56 ein Anschluß an das Stromnetz.

Insel ohne Netz und Netz ohne Inseln
Zunächst lieferten vor allem in den Städten Kohle befeuerte Dampfmaschinen der Kraftwerke Strom auf unterschiedlichen Spannungsebenen. Deshalb wurde angestrebt mit einer Verbundwirtschaft die Energieversorgung zu koordinieren, sicher und bezahlbarer zu machen. Der wilde „freie“ Markt wurde außer Kraft gesetzt durch die Bildung (regionaler) Monopole. Demzufolge regulierte der Staat, wie vorher schon bei den ursprünglich privaten Eisenbahnen.
Ein „Gesetz zur Förderung der Energiewirtschaft“ sollte das erst 1935 regeln. Damit entstand gleichzeitig aber auch ein „Anschlusszwang“ an das öffentliche Netz. Nach einer Quelle mußte eine inzwischen größere Zahl von Landwirten (20 Tausend), die Windräder zur Eigen-Stromerzeugung betrieben hatten, diese abschalten.
Im mecklenburgischen Stuer-Winkel blieb das erst einmal aus. Ein Strom-Netz erreichte es dort erst ab 1956.

Fakten zur Windturbine in Stuer

Sehr wahrscheinlich war diese Anlage von der Firma Vereinigte Windturbinenwerke in Dresden hergestellt worden. Der genannte Hersteller war 1911 aus den Firmen Reinsch und Brauns entstanden. In Dresden konzentrierten sich zu dieser Zeit einige Firmen für den Deutsch/Österreich-Ungarischen Raum.

Die Hersteller boten Größen- und Leistungsvarianten an, was damit auch die Anzahl der Schaufeln und den Durchmesser der Turbine, zwischen 3,4 und 20 Metern, betraf.
Das Rad in Stuer-Winkel hatte mit 24 Schaufeln, 6 Meter Durchmesser. Hier eine Chat GTP-generierte Überarbeitung des Originalphotos von oben:

Für das Jahr 1916 ist eine vergleichbare Anlage des Herstellers mit dieser Anzahl an Schaufeln und diesem Durchmesser und der Turmhöhe von 25 m dokumentiert.
Der Rotor, wahrscheinlich ein Langsamläufer, wurde über eine Windfahne stets der Windrichtung nachgeführt oder aus dem Wind gedreht. (8)
Über Gestänge, Zahnradübertragung und Transmissonen konnten nach unten verschiedene Geschwindigkeiten genutzt werden (9) :

Diese Anlage betrieb eine Schrotmühle, einen Dreschkasten und die Wasserpumpe, die ein hoch gelegenes Reservoir befüllen konnte. Gemahlen und Gedroschen wurde natürlich, wie eh und je, wenn Wind war. Es ist anzunehmen, dass die Aggregate zeitversetzt betrieben wurden (9).

Die verschiedenen Möglichkeiten waren hier wahrscheinlich nach und nach dazu geschaltet worden.
Eine kleine Schrotmühle mit zwei gegossenen, senkrecht laufenden MahlSteinen, ähnlich diesem Exemplar, konnte über Untersetzung vom Windrad betrieben werden (10):

Weiterhin war ein Gleichstromgenerator angeschlossen worden, der ca. 0,5 – 1 kW Strom lieferte.
Die Speicherung des vom „Dynamo“ (Gleichstromgenerator) erzeugten GleichStroms geschah hier in offenen elektrochemischen Akkumulatoren in Aquariumbauweise, wie von Plante´ 1859 entwickelt. Es sollen etwa ein Dutzend gewesen sein. Glasbehälter zur Stromspeicherung aus Stuer-Winkel:

In verdünnter Schwefelsäure hingen dicke, in Reihe geschaltete Bleiplatten, die auch ausgetauscht werden konnten. Die Säure hatte man in Glasballons auf Vorrat gehalten.

Die Bewohner in dieser etwas abgelegenen Lage sollen mit der selbst gewonnenen Energie sehr sorgsam umgegangen sein. Sie waren mit den Umständen ihrer Herstellung ja direkt verbunden. Auch kannten sie noch den lichtarmen Zustand der Ewigkeiten vorher. Das Hantieren mit offenen Flammen war dazu gefahrvoll und hatte zu zahlreichen Bränden geführt. Ihnen war auch bewußt, dass die günstigste, vor allem zuverlässigste Energie jene ist, die man selbst erzeugt.

Stuer-Winkel wurde 1956 an das inzwischen installierte 220-Volt-Wechsels0trom-Verbindungsnetz angeschlossen. Danach konnte oder mußte die inzwischen klapprige Anlage verschrottet werden.
Der zu dieser Zeit noch nicht in die LPG geschubste Bauer, hatte für diese „Martin braucht Schrott“- Spende von Blei und Eisen eine . . . . Urkunde erhalten:

 

MARTIN brauchte nämlich Schrott:

FAZIT:
Das Windrad in Stuer-Winkel war zwischen 1920 und 1950 von einem Landwirt eingesetzt worden, der Erneuerungen gegenüber aufgeschlossenen war. Auch hier brach diese technologische Variante nach dem Aufbau der Stromnetze und einer Kohlenstoff verfeuernden Industrialisierung für fast 80 Jahre ab.

Mit Dank an Familie Lorenz/ Schulz/ Kassner für die freundliche Überlassung von Informationen und Material.

Quellen, Anmerkungen

(1) MTBl, 1888, GeoPortal.MV
(2) HANSA Luftbild 1937
(3) Schlesw.H./ (https://geschichte-s-h.de/sh-von-a-bis-z/e/elektrifizierung/
(4) Mecklenburg Magazin 20/1999, S.13
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Windenergienutzung
(6) Mayer Mayersohn (1920): Beitrag zur Kenntnis und zum Entwerfen von Windkraftanlagen. Zeitschrift des Vereines Deutscher Ingenieure 64(45):925–931, aus: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Windenergienutzung
(7) Bild: Herzog 1906, Herzog 1913, Brauns 1909

(8) Eclipse-System, 1876 vom Priester Wheeler erfunden                                              (9) Friedrich Neumann: Die Windkraftmaschinen: Windmühlen, Windturbinen und Windräder. 3. Auflage. Voigt, Leipzig 1907. S. 133 und 138 (Reprint 2013)
(10) Mühlenmuseum Boizenburg

Weil mit der Betrachtung historischer Mühlen, letztlich dieses frühen Windrades, Vergangenheit nicht nur nostalgisch gefeiert sein soll, kann hier eine Betrachtung aufgerufen werden zu deren modernen Ableitungen, den Windrädern heutiger Dimension.

Und jetzt?

Und jetzt? >

Zusammenfassung:
Die moderne Weiterentwicklung zu Windrädern und Windparks im Zuge der Elektrifizierung offenbart Chancen und Probleme, die unaufgeregt in größeren Zusammenhängen betrachtet werden sollten.

Der Sinn dieser Seiten über Aspekte der Vergangenheit eines kleinen mecklenburgischen Dorfes möge kein Selbstzweck sein. Sie könnten erzählen, wie sich die Tatbereitschaft der hier Lebenden bewährte, die von der Bronzezeit bis heute, immer irgendwo her kamen, im besten Fall mit Ausdauer, Neugier, Optimismus, auch bei gelegentlicher Ungunst der Verhältnisse.
Deshalb soll den gegenwärtigen Ableitungen aus der Nutzung von Mühlen hier nicht ausgewichen werden.

Die Technik der Windkraftanlagen blieb 100 Jahre lang in einer Nische der technischen Entwicklung. Durchgesetzt hatte sich nämlich die Energieerzeugung durch das Verbrennen organischer Ablagerungen in Jahrtausenden vor uns: Kohle-, Öl- und Gas. Durch deren Verfeuerung aber ergaben sich innerhalb von erdgeschichtlichen Sekunden für alle Lebewesen dramatische Veränderungen in der hauchdünnen Erdatmosphäre. Die beispiellose Geschwindigkeit des Anstiegs der Durchschnittstemperatur ist jetzt nach den elf wärmsten Jahren, die jemals in Europa (!) aufgezeichnet werden konnten, erkennbar.

Nicht umkehrbare Kipppunkte müssen angenommen werden. Die entscheidende, ca. 8 km starke, Atmosphäre ist für uns die wesentliche direkt umgebende Natur von der die globalen Grundlagen für alles Leben abhängen.

Eine kleine einzelne Windturbine auf eine Bauernhof kann in der Weite der Landschaft gelegentlich eine interessante Landmarke sein. Dabei waren Zuständigkeit, Verantwortlichkeit, Beeinträchtigung und Risiko eindeutig zugeordnet.
Die Umgestaltung ganzer naturnaher Kulturlandschaften und Seengebiete durch über 250 Meter hohe Windkraftanlagen in großflächige Industrieanlagen („- parks“), wie sie jetzt auch hier rundum gebaut werden, hat eine völlig andere Qualität.

Unser aller eigener Energiehunger und die nicht unterbietbar niedrigen Energie-Erzeugungs-Kosten durch Windenergie hat einen Preis: Eine Tag und Nacht visuell nervöse Landschaft.
Zum anderen führen diese Areale in der Seen-und Feuchtraum- Landschaft auch zum Windkraft-Vogelschutz-Konflikt. Dies gilt besonders für Windparks in der Nähe von Internationalen Vogelschutzgebieten, wie hier. Das Rastgebiet der Zugvögel auf ihren Routen in den Mooren und Feuchtwiesen hat dazu eine hohe Dichte seltener dort brütender Greifvögel, die besonders gefährdet sind.

Bei unserer eigenen Energie-Verwendung, nicht selten unbedachter Verschwendung, erlauben wir uns alle, daß keiner von uns deren sichtbare Quellen und Auswirkungen um sich herum haben möchte:
als Bergbaulandschaft, Gas-Terminal, Übertragungsnetze, die unzähligen Funkmasten konkurrierender Mobilfunkgesellschaften, Atomkraftwerke oder -endlager, übende Kampfflugzeuge am Himmel oder eben Wind-Industriekomplexe. Wir mögen es, wenn es weit weg ist, nicht zu deutlich zu sehen, am besten irgendwo unterirdisch verborgen.
Wohltaten für uns selbst, die Erschwernisse weit weg, ausgelagert zu Anderen. Das bedeutet Spaltung, Abspaltung in uns selbst, von den verschiedenen Ebenen, die nicht in Abwägung miteinander geraten sollen.
Die Bewertung und Verteilung von Gewinnen und Verlusten von technischem Fortschritt sollte persönlich, für die Gemeinschaft und planetar betrachtet werden. Dabei möglichst wenig egozentrisch und mit dem Wunsch nach Sonderbehandlung. Wenn Empörung Argumente ersetzt, bei gleichzeitiger stillschweigender Mitnahme von Vorteilen, geht das nicht zusammen.

Die Gefahr in Folge unseres Aufheizens der Atmosphäre kann man auch herunterspielen, sogar heftig leugnen: oben, um die eigenen Profitquellen nicht aufgeben zu müssen, unten, um es augenblicklich besser zu ertragen. Mit „sozial organisierter Verleugnung“ (Kari Norgarard) läßt sich auch lähmende negative Stimmung verbreiten:

„Die Alternative für Deutschland lehnt daher jede Politik und Steuer ab, die sich auf angeblichen Klimaschutz beruft, denn das Klima kann der Mensch nicht schützen.“ ( Wahlprogramm, Zeit für Deutschland, 8.Mai 2026 ).

Aha, also OPFER. Jedenfalls frei von lästiger Verantwortung. Auch hier, SPALTEN:
Hier, wir GlaubensSTARKEN, dort die korrumpierten, Klimadaten messenden Wissenschaftler mit ihren fehlgeleiteten Anhängern oder anderen „Bewahrern der Schöpfung“.
Mit der listigen, erkennbar absichtsvoll verkützenden Verallgemeinerung : „der Mensch“, sind Milliarden von Menschen gemeint, die in der erdgeschichtlichen Millisekunde der letzten 100 Jahre, in einer 8 km dünnen Erdatmosphäre, riesige Mengen Kohlenstoff verbrennen. WIR alle sind das, ungeteilt.

Mit solcher Weltwahrnehmung und robuster Vereinfachung, Verallgemeinerung und Spaltung bereitet man sich, übrigens auch unsere auf Exportprodukte angewiesene Wirtschaft, straff auf Vergangenheit vor.

Mit trotziger Empörung verbundene Verdrängung stärkt nur Unsicherheitsgefühle, was letztendlich kostspielig wird und keine positive Entwicklung erzeugt.
Zukunft aber kommt- das wußte schon Michael Gorbatschow.

Solche Stimmung erweist sich allerdings anschlussfähig an die eigennützige Propaganda der mit den Ölkartellen verbundenen Oligarchien. Deren Erpressungspotential ist im Zusammenhang mit fragwürdigem autoritär-gerneGroßem Führungspersonal zur Zeit deutlich erkennbar durch Angriffskriege für Tankfüllung und Gasheizung.
Schmerzhaft, wie unsere energetische Versorgung abhängig ist von diesen weit entfernten Lieferanten von Öl, Gas oder Uran. Milliarden, die dorthin gezahlt werden- um die Gegenlieferungen anschließend hier zu verbrennen.

Wer also auf das Nähere, Selbstverantwortete, vielleicht auch noch mit weitgehenden Unabhängigkeitsabsichten orientiert ist, könnte besonderen Wert auf eigene Energiequellen made in germany legen, oder:

Es ist nicht unbedingt nötig, das Problem voraus oder in größeren Zusammenhängen zu betrachten. Derzeit reicht der kurze Blick in den eigenen Geldbeutel, gekoppelt mit der Gewissheit, daß endliche Ressourcen nicht günstiger werden.
Für uns Bürger stellt sich spätestens in dieser Lage die Frage, wie erwachsen wir darauf reagieren, damit auch, wie sorgsam wir mit Energie umgehen.

Es wird keine Technologie geben, die nur Vorteile hat, auch nicht diese unschlagbar preiswerte.
Nach vorn denkende Forscher erzielen allerdings derzeit durch gezielte Materialkombinationen rasante Fortschritte bei Wirkungsgraden, Herstellungsoptimierung, Einsatz heimischer Rohstoffe und Recyclingfähigkeit, Netz- und Verbrauchsoptimierung.
Die selbstverständliche Nutzung von Elektrizität war fünfzig Jahre vor ihrer weitgehenden Anwendung auch noch nicht absehbar. Erinnert, was Wandlungsbereitschaft betrifft, sei an das AUS für die Kaiserzeitliche Glühbirne, das 2009 bei Mitmenschen, aus ANGST vor zukünftig kaltem Licht, trotziges Hamstern ausgelöst hatte. Heute sind schon in einstelligen Jahreszeiträumen u.a. Kostensenkungen mit erweiterter Unabhängigkeit möglich. So sind z.B. bei BMW in Oxford nach außen „bewegungslose“ WEA mit vertikaler Achse im Test. Auch KernFUSION könnte als eine mögliche akzeptable Variante neue Dimensionen ermöglichen.

Mit optimistischem Pragmatismus kann Leben nach vorne gedacht werden, dass aber mit europäischer Souveränität und Anstrengung. Nationales Abschottungsbedürfnis bedeutete als Fischfutter zu enden zwischen den vereinigten historischen Provinzen und Territorien Chinas und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Und wo Windräder sich in einem Zielkonflikt befinden, mögen sie ein Übergangskompromiss sein.
Bei künftigem Rückbau fallen je Anlage 180 Tonnen Stahl an („Martin braucht Schrott !“), allerdings auch 1.300 Kubikmeter Beton.

Das erste und einzige moderne, industriell gefertigte, dreiflügelige Windrad der DDR dreht sich übrigens im Ostseebad Wustrow auf dem Fischland-Darß, Inbetriebnahme: Oktober 1989, Typ: Vestas V25

Was mit behauenen Steinen begann, die über Jahrtausende verwendet wurden, im Zusammenhang mit Wasserbau in wenigen Jahrhunderten sich dann entwickelt hatte, führt heute seit wenigen Jahren zu großen, weiträumig verteilten Energie-Industrieanlagen.